Die Einkreisung
von Michael Hollister im Interview mit Deniz Karabağ
Veröffentlicht bei GlobalBridge am 21.05.2026
4.513 Wörter * 24 Minuten Lesezeit
Wie aus einer rhetorischen Warnung eine operative Logik wurde - und warum die NATO an einer Sollbruchstelle steht, die niemand benennen will
Am 9. April 2026 schrieb Joe Kent einen Satz auf X, den niemand offiziell beantwortet hat. 3,89 Millionen Mal angesehen, zweiundsiebzigtausend Likes - und aus dem Weißen Haus, dem State Department, dem Pentagon: Schweigen. Der Satz lautet: Die Vereinigten Staaten würden die NATO nicht verlassen, um sich aus fremden Verstrickungen zurückzuziehen, sondern um sich an die Seite Israels stellen zu können, wenn es zwischen Israel und der Türkei in Syrien zum Zusammenstoß kommt. Geschrieben hat das nicht ein frustrierter Außenstehender. Geschrieben hat das der Mann, den Donald Trump 2020 zu seinem Counterterrorism-Berater gemacht hatte, der 2025 zum Direktor des National Counterterrorism Center ernannt wurde, der elf Kampfeinsätze als Green Beret hinter sich hat, dessen Frau Shannon 2019 in Manbij durch einen ISIS-Selbstmordanschlag starb - und der am 17. März 2026 aus Protest gegen den Iran-Krieg von seinem Direktorposten zurückgetreten ist, mit der Begründung, dieser Krieg sei “von Israel und seiner Lobby fabriziert” worden.
Und das, was er sagt, ist keine Tagespolitik. Es ist eine Prozessbeschreibung über mehrere US-Präsidentschaften hinweg - und die Frage, die sich aus seinem Satz ergibt, lautet nicht mehr ob, sondern wann, und unter welchem Präsidenten.
Fünf Schritte in zweiundfünfzig Tagen
Bennett kam zuerst. Am 17. Februar 2026 sprach der ehemalige israelische Premierminister auf der Conference of Presidents in Jerusalem den Satz aus, der seither durch die strategischen Diskurse Washingtons rollt: Die Türkei sei das neue Iran. Erdogan versuche, Saudi-Arabien umzudrehen, eine feindliche sunnitische Achse mit dem nuklearen Pakistan aufzubauen, und Israel müsse begreifen, dass die nächste existenzielle Bedrohung nicht aus Teheran komme, sondern aus Ankara. Was Bennett sagte, war nicht nur eine außenpolitische Einordnung. Es war eine Frame-Verschiebung. Bis zu jenem Tag im Februar war “die Türkei als zweite Iran” eine Fußnote in den Papieren der Foundation for Defense of Democracies, eine Randmeinung in den Memos der Brookings Institution, ein Grenzsatz in den Briefings von AIPAC. Bennett brachte sie auf eine Bühne, von der aus sie in den amerikanischen Diskurs sprang. Innerhalb weniger Wochen begannen Israel-affine Organisationen ihre Ressourcen umzuschichten - was über Jahre als Anti-Iran-Lobbyarbeit gelaufen war, wandelte sich in beschleunigtem Tempo zu Anti-Türkei-Positionierung. Es ist die gleiche Dynamik, die 2002 vor dem Irak-Krieg zu beobachten war und die 2012 vor den Iran-Sanktionen funktionierte: Eine politische Position, die in den außenpolitischen Eliten seit Jahren zirkuliert, wird durch eine prominente Stimme öffentlich gemacht, und der Apparat setzt sich in Bewegung. Bennetts Hexagon-Konzept - Israel als Zentrum, Griechenland, Zypern, Aserbaidschan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate als Eckpunkte - war zum Zeitpunkt seiner Rede bereits eine Beschaffungsarchitektur, kein theoretisches Modell mehr. Was er aussprach, war nicht die Diagnose einer Bedrohung, sondern die Lieferung einer Begründung. Ich habe Bennetts Hintergrund, sein politisches Profil und die strategische Architektur seines Hexagon-Konzepts in der Analyse vom 15. März ausführlich behandelt. Hier reicht festzuhalten: Bennetts Rede war keine Improvisation. Sie war die öffentliche Verdichtung dessen, was in Israel-affinen Think-Tank-Kreisen seit Monaten zirkulierte - und sie hat die Grenze zwischen Randmeinung und Mainstream-Diskurs überschritten.
Fünfzehn Tage später kam die erste Rakete. Am 4. März 2026 fingen NATO-Luftverteidigungssysteme eine ballistische Rakete ab, die aus iranischem Territorium über Syrien und den Irak in Richtung Türkei geflogen war. Trümmer fielen in Dörtyol, Provinz Hatay - fünfundvierzig Meilen östlich der Incirlik-Airbase, auf der US-Atomwaffen lagern. Türkische Behörden vermuteten, das eigentliche Ziel sei eine britische Basis auf Zypern gewesen, die Foundation for Defense of Democracies titelte ihre Analyse mit der Frage, ob dieser Vorfall Ankaras Haltung verschieben werde. Verteidigungsminister Pete Hegseth ließ noch am selben Tag wissen, dass dies kein Artikel-5-Fall sei. NATO-Generalsekretär Mark Rutte bestätigte gegenüber Reuters in der Folgewoche, es gebe keine Diskussion über die Anrufung von Artikel 5. Iran bestritt jede absichtliche Targetierung.
Am 9. März die zweite Rakete, abgefangen über Sahinbey im Bezirk Gaziantep. Am 13. März die dritte - Anwohner von Adana, der Stadt unmittelbar neben Incirlik, wurden um drei Uhr fünfundzwanzig morgens von Sirenen geweckt und filmten brennende Trümmer am Himmel. Am 30. März die vierte. Vier Raketen in sechsundzwanzig Tagen, jeweils aus iranischem Luftraum, jeweils ohne Artikel-5-Antwort. Die NATO stationierte eine zusätzliche Patriot-Batterie in Malatya. Erdogan eröffnete eine eigene Geheimdienstuntersuchung. Die Türkei behielt sich das Recht der Vergeltung vor.
Am 21. März trat Süleyman Soylu auf, ehemaliger Innenminister der Türkei, AKP-Abgeordneter aus Istanbul, Vorsitzender des Parlamentsausschusses für innere Angelegenheiten. Beim Bayramlaşma-Treffen der AKP im Bezirk Gaziosmanpaşa sagte er einen Satz, den am Abend Cumhuriyet, VeryansınTV und Halk TV verbreiteten, am nächsten Morgen die internationale Presse: “Belki farkında değil ama biz İsrail’e komşuyuz. Hatay’dan İsrail toplam 5 saattir. 300-400 bin şehit veririz ama Allah’ın izniyle İsrail diye bir memleket kalmaz.” Vielleicht ist es nicht bewusst, aber wir grenzen an Israel. Von Hatay bis Israel sind es insgesamt fünf Stunden. Wir würden vielleicht drei- bis vierhunderttausend Märtyrer geben, aber so Gott will, würde es kein Land namens Israel mehr geben. Das ist nicht die Sprache eines Hinterbänklers. Das ist die Sprache eines Mannes, der dreieinhalb Jahre die innere Sicherheit der Türkei verantwortet hat, der heute Vorsitzender des Innenausschusses ist und der einen Satz auf eine offizielle AKP-Bühne stellt - auf einer Veranstaltung, bei der die Botschaft auch von der Parteispitze duldet, sonst wäre Soylu nicht da gewesen.
Am 30. März berichtete die israelische Tageszeitung Ynet, was Tage zuvor in den Hinterzimmern Washingtons, Jerusalems und Erbils diskutiert worden war: Israel und die USA hatten geplant, kurdische Gruppen aus dem Irak als Bodentruppen in den Iran zu schicken. CNN bestätigte zur gleichen Zeit, dass die CIA die Bewaffnung Monate vor Kriegsbeginn aufgenommen hatte. Etwa fünfhundert kurdische Kämpfer waren bereits aus dem irakischen Kurdistan in Richtung iranische Grenze unterwegs, als Erdogan in Ankara zum Hörer griff und Trump direkt anrief. In einem Direktgespräch mit Trump, so Ynet, machte er die rote Linie unmissverständlich. Die Türkei würde nicht zusehen, wie an ihrer Südostflanke eine bewaffnete kurdische Operation auf einem dritten Schlachtfeld entsteht. Der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan rief seine Strukturen explizit zur Nicht-Beteiligung auf. Der türkische Geheimdienstchef İbrahim Kalin warnte öffentlich, der Krieg drohe sich zu einem “Feuerring” zu entwickeln, einem Bruderkrieg zwischen Türken, Kurden, Arabern und Persern. Die kurdische Operation kam zum Stehen. Die fünfhundert Kämpfer kehrten um. Trump hatte selbst auf Fox News am 7. April gesagt: “Wir haben ihnen eine Menge Gewehre geschickt. Wir haben sie über die Kurden geschickt. Und ich denke, die Kurden haben sie behalten.” Aus seinem eigenen Mund. Der Satz war noch nicht eine Woche alt, da kam der nächste Schritt.
Am 8. April flog Mark Rutte nach Washington. Hinter verschlossenen Türen, beschrieb es ein europäischer Diplomat gegenüber Politico, sei die Sitzung in eine “Tirade von Beleidigungen” ausgeartet. “It went shit.” Trump habe gedroht, “ungefähr alles zu tun”. Bloomberg ergänzte, der Präsident habe ein Ultimatum gestellt: Europäische NATO-Staaten müssten “innerhalb von Tagen” zur Sicherung der Straße von Hormus beitragen. Das Wall Street Journal berichtete zeitgleich, Trump erwäge alternativ, US-Truppen aus jenen NATO-Ländern abzuziehen, die im Iran-Krieg nicht kooperiert hatten. Am Abend desselben Tages schrieb Trump auf Truth Social in Versalien: NATO sei nicht da gewesen, als man sie gebraucht habe, und werde auch nicht da sein, wenn man sie wieder brauche. Am Morgen des 9. April antwortete Joe Kent.
Griechenland: Der Beweis, dass es begonnen hat
Wenn Kents Satz die Theorie ist, dann ist Griechenland der Beweis, dass die Theorie längst Praxis ist. Zwischen 2020 und 2024 sind die griechischen Verteidigungsausgaben von 5,5 Milliarden Dollar auf 8,9 Milliarden Dollar gestiegen - eine Erhöhung um 62 Prozent in vier Jahren, ein Anteil von über 3 Prozent am Bruttoinlandsprodukt, deutlich über dem NATO-Ziel und über dem deutschen Niveau. Das Modernisierungsprogramm, das bis 2035/2036 läuft, hat ein Volumen von 25 bis 30 Milliarden Euro. In erweiterten Szenarien werden Gesamtbeschaffungen von über 50 Milliarden Euro diskutiert. Das ist kein Krisenstaat, der gerade aus der Eurokrise herausgeschlichen ist. Das ist ein Frontstaat, der sich für ein bestimmtes Szenario rüstet - gegen die Türkei.
Die Einkaufsliste liest sich wie der Querschnitt einer modernen Kriegsführung. Achtzehn Rafale-Kampfflugzeuge aus Frankreich, bereits geliefert. Zwanzig F-35-Tarnkappenjets aus den USA, Vertrag unterzeichnet. Vier Belharra-Fregatten der nächsten Generation aus Frankreich. MH-60R-Hubschrauber für die Marine. Zehn M346-Trainer aus Italien. Aufbau einer eigenen Drohnenproduktion. Ein mehrschichtiger Raketenabwehrschirm - und hier wird das Bild geopolitisch eindeutig. 2023 kaufte Griechenland Spike-NLOS-Raketen aus Israel im Wert von rund 400 Millionen Dollar. 2025 folgten PULS-Raketensysteme für 650 bis 700 Millionen Euro, ebenfalls aus Israel. Parallel laufen Verhandlungen über das Achilles-Shield-Projekt, ein Iron-Dome-ähnliches mehrschichtiges Luftverteidigungssystem im Volumen von rund drei Milliarden Euro.
Israel verkauft nicht bloß Waffen. Israel baut eine sicherheitspolitische Achse. Im östlichen Mittelmeer existiert seit etwa zehn bis fünfzehn Jahren eine Dreieckskooperation zwischen Israel, Griechenland und Zypern, die in den letzten drei Jahren erheblich an Tiefe gewonnen hat. Sie ist kein offiziell erklärtes Bündnis mit Beistandspflicht - sie ist eine funktionale Allianz. Gemeinsame Militärübungen, Geheimdienstaustausch, Kooperation bei Luftabwehr und Drohnenabwehr. Israel bringt Hochtechnologie ein, Griechenland und Zypern bieten Geografie und Infrastruktur. Was diese drei Staaten verbindet, ist eine doppelte Interessenlage: Energie und Eindämmung. Vor den Küsten Israels und Zyperns liegen die Gasfelder des östlichen Mittelmeers. Griechenland kann zum Transitkorridor nach Europa werden. Die Türkei bestreitet Teile dieser Seegrenzen und verfolgt mit der Mavi-Vatan-Doktrin eine eigene expansive Linie im Mittelmeer. Damit ist die Konstellation komplett.
Hinter dieser Konstellation stehen die Vereinigten Staaten. Im Mai und Juni 2025 fand in Südeuropa die größte NATO-Übung des Jahres statt: Defender Europe 25, in der zweiten Phase Immediate Response 25, mit zwölftausend Soldaten verteilt auf acht Gastländer und neunzehn teilnehmende Nationen. Griechenland war eines der zentralen Schauplätze - und zum ersten Mal operierte ein spanisches Mechanisiertes Taktisches Subgruppenkommando unter griechischer Brigadeführung. Das ist die strategische Aufwertung. Souda Bay auf Kreta ist seit Jahren einer der wichtigsten Marinestützpunkte der USA im östlichen Mittelmeer geworden - ein Hub, der das ersetzt, was Incirlik einmal war. Hierzu kommt der politische Überbau: Premierminister Mitsotakis hat in Tel Aviv die enge sicherheitspolitische Abstimmung mit Netanyahu öffentlich bestätigt. Bennetts Hexagon - Israel, Griechenland, Zypern, Aserbaidschan, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate - ist nicht länger ein Diagramm in einer Powerpoint. Es ist eine Beschaffungsliste mit Zeitplan.
Karabağ formuliert die türkische Lesart dieser Entwicklung mit der Nüchternheit eines Mannes, der sie aus der Innenperspektive einordnet. Griechenland stärke gezielt seine Position durch Aufrüstung und enge Kooperation mit den USA, Frankreich und Israel; faktisch werde Athen zunehmend als strategischer Anker im östlichen Mittelmeer genutzt. Aus türkischer Sicht aber gelte: Dauerhafte Sicherheit in der Region könne nicht gegen die Türkei organisiert werden. Jede Eindämmungslogik schaffe mehr Spannung als Stabilität. Die griechischen Streitkräfte stehen im Global-Firepower-Index 2026 auf Rang 30, die türkischen auf Rang 9. Die Aufrüstung schließt eine Lücke, die in absoluten Kategorien nicht zu schließen ist. Sie ist deshalb keine Vorbereitung auf einen Erstschlag, sondern Teil einer Architektur. Eine Architektur, die ihre Wirkung nicht aus dem alleinigen Können Griechenlands bezieht, sondern aus dem System, in das Griechenland eingebettet ist.
Trumps NATO-Frust und der Prozess hinter dem Prozess
Was im April im Weißen Haus passierte, war nicht die Wutrede eines impulsiven Präsidenten. Es war die strategische Bestandsaufnahme einer Allianz, die im wichtigsten Krieg der Trump-Administration nicht funktioniert hatte. Kein einziges NATO-Land hatte die USA für Operation Epic Fury gegen den Iran an Bord. Keine Überflugrechte. Keine Nutzung von Airbases. Keine Truppenbeteiligung. Großbritannien stellte sich seitlich. Frankreich blieb in Distanz. Deutschland hielt sich vollständig heraus. Die Türkei, NATOs zweitgrößte Armee, sperrte ihren Luftraum vollständig - was US-Operationen einen Umweg von mehreren hundert Kilometern aufzwang, eine zusätzliche Luftbetankung, längere Einsatzzeiten und verkürzte Verweildauer am Ziel. Die operative Wirkung dieser Sperrung war nicht symbolisch. US-Bomberverbände, die für Operationen gegen den Iran von Stützpunkten in Süditalien, Großbritannien oder vom Diego-Garcia-Atoll aus gestartet wurden, mussten den direkten Korridor über die Türkei meiden und stattdessen über das östliche Mittelmeer, durch saudi-arabischen Luftraum und über die Arabische Halbinsel anfliegen. Acht bis neun Stunden zusätzliche Flugzeit pro Mission. Mindestens eine zusätzliche Luftbetankung. Verkürzte Munitionslast, weil mehr Treibstoff mitgeführt werden musste. Und das in einer Operation, in der Washington ohnehin auf jede Stunde Reaktionszeit angewiesen war. Was Ankara durch die Sperrung demonstrierte, war nicht nur Trotz. Es war eine strategische Reifeprüfung - die Erkenntnis, dass die Türkei als Gastgeber von Incirlik, als Frontstaat der NATO und als zweitgrößte Armee des Bündnisses einen Hebel besitzt, dessen Wirkung sie früher selten genutzt hatte. Erdogan nutzte ihn jetzt. Er nutzte ihn ohne Rücksicht auf den Schaden, den die NATO-internen Beziehungen davontragen würden, weil er kalkulierte, dass diese Beziehungen ohnehin nicht zu retten waren. Wer einmal versteht, dass eine Allianz dich mehr braucht als du sie, hört auf, sie als Bündnis zu behandeln, und beginnt, sie als Hebel zu benutzen. Genau dieser Schritt ist im April vollzogen worden. Trump nannte die NATO öffentlich einen “Papiertiger”. Er bezeichnete den britischen Premier Keir Starmer als “no Winston Churchill” und britische Marineschiffe als “Spielzeuge”. Das WSJ-Szenario eines partiellen Truppenabzugs aus unkooperativen NATO-Staaten ist nicht Teil eines Drehbuchs. Es ist ein Memo.
Hier wird die Sache strukturell. Trump kann die NATO nicht einseitig verlassen - ein vollständiger Austritt erfordert die Zustimmung des Kongresses. Aber er kann den Prozess einleiten. Er kann Truppen verlegen. Er kann Beistandsverpflichtungen entkernen. Er kann der nächsten Administration eine Hülle hinterlassen. Und genau das beschreibt Kent. Sein Satz ist keine Tagesprognose - er ist eine Strukturanalyse. Die Vereinigten Staaten haben in den nächsten Jahren genug zu tun. Israel im Nahen Osten zu stabilisieren, indem der Iran als Großmacht-Akteur entfernt wird. Die Eindämmung Chinas vorzubereiten. Die Dedollarisierung auszubremsen, die durch Initiativen wie die Unit als Damoklesschwert über dem Petrodollar hängt. Diese Aufgaben werden 2026, 2027 und wahrscheinlich auch 2028 die volle US-Aufmerksamkeit binden. Geopolitik aber läuft nicht in Quartalen. Sie läuft in Jahrzehnten. Und in dieser längeren Zeitachse passt der NATO-Austritt - oder seine funktionale Variante - präzise in die Lücke, die nach der China-Eindämmung und vor dem nächsten strategischen Konflikt liegt.
Karabağ bestätigt diese Logik aus türkischer Sicht. Israel bewerte aufsteigende Regionalmächte nach Interessenlage. Deshalb sei die Türkei ein zentraler Faktor jeder strategischen Planung. Ankara sei militärisch stark, wirtschaftlich relevant und geografisch an mehreren Schlüsselräumen präsent. Wer türkischen Einfluss begrenzen wolle, versuche Gegengewichte zu schaffen - gerade weil die Türkei nicht mehr ignoriert werden könne. Der NATO-Austritt der USA ist aus dieser Perspektive kein Bruch - er ist die Konsequenz. Eine NATO mit der Türkei als zweitgrößter Armee bindet die USA an Artikel 5 gegenüber Ankara. Wer sich vorbehalten will, militärisch gegen die Türkei vorzugehen - sei es direkt, sei es im Rahmen einer israelischen Operation - kann das nicht innerhalb der NATO. Das ist die operative Logik hinter Kents Satz. Und es ist die operative Logik hinter dem Politico-Beobachter, der unabhängig von Kent notierte, ein NATO-Austritt würde Washington “eine weitere geopolitische Hürde” ersparen - die wachsende türkisch-israelische Rivalität.
Bemerkenswert ist die Koinzidenz der Entscheider. Trump bleibt voraussichtlich bis Januar 2029 im Amt. Sein potenzieller Nachfolger J. D. Vance gehört zur Generation, die NATO nicht mehr als unverhandelbares Erbe begreift, sondern als verhandelbare Struktur. Wenn der Prozess während Trumps Amtszeit eingeleitet wird - durch Truppenabzug, durch entkernte Beistandsverpflichtungen, durch fortgesetzten politischen Druck - dann ist die Vollendung unter einer nachfolgenden Administration kein abrupter Bruch, sondern eine logische Fortführung. Genau das, was Kent beschreibt. Genau das, was die WSJ-Szenarien skizzieren. Genau das, was Trumps eigene Truth-Social-Posts vorbereiten.
Die zwei Achsen
Während im westlichen Teil dieser Geschichte eine Eindämmungsarchitektur entsteht, baut die Türkei im östlichen Teil ihre eigene auf. Die Begriffe variieren - manche nennen es eine sunnitische Achse, andere eine NATO Light, wieder andere ein flexibles Sicherheitsnetzwerk - aber die Bausteine sind klar. Pakistan und Saudi-Arabien haben im September 2025 ein Verteidigungsabkommen mit gegenseitiger Beistandspflicht geschlossen. Im April 2026 reiste Pakistans Premier Sharif nach Riad, Doha und Ankara. Die Türkei und Pakistan vertieften ihre Militärkooperation in den Bereichen Drohnen, Satellitentechnologie und gemeinsame Übungen. Das Verteidigungsabkommen zwischen Riad und Islamabad vom 17. September 2025, im Al-Yamamah-Palast unterzeichnet von Kronprinz Mohammed bin Salman und Premierminister Shehbaz Sharif, ist dabei mehr als eine bilaterale Vereinbarung. Es enthält eine Beistandsklausel, die in der nüchternen Sprache der Verträge beschreibt, was in der Praxis eine geopolitische Sprengung bedeuten kann: Jeder Angriff gegen einen der beiden Staaten gilt als Angriff gegen beide. Damit ist die einzige Nuklearmacht der islamischen Welt erstmals formell mit einem Golfstaat verzahnt - abgeschlossen acht Tage nach den israelischen Luftschlägen gegen Hamas-Ziele in Doha am 9. September 2025, die quer durch die Golfstaaten den Glauben an die US-Sicherheitsgarantie zerbrechen ließen. Bereits am 30. Januar 2026 hatte Field Marshal Asim Munir, Chef der pakistanischen Streitkräfte, in Rawalpindi General Selçuk Bayraktaroğlu, den Chef des türkischen Generalstabs, empfangen - ein Treffen auf höchster militärischer Ebene, bei dem beide Seiten die Vertiefung der Verteidigungskooperation durch Training, gemeinsame Übungen und Kapazitätsaufbau besprachen. Im selben Monat hatte Bloomberg gemeldet, die Türkei werde “wahrscheinlich” dem Saudi-Pakistan-Pakt beitreten; Pakistans Verteidigungsproduktionsminister bestätigte gegenüber Reuters, ein Entwurf eines Drei-Länder-Pakts liege vor. Auch wenn die formale Trilateralisierung später nicht vollzogen wurde - die Architektur war zu diesem Zeitpunkt bereits in der Sondierungsphase. Sharifs Rundreise vom 15. bis 18. April 2026 nach Riad, Doha und Antalya war der politische Vollzug der neuen Architektur. Beim 5. Antalya Diplomacy Forum traf er Erdogan am 17. April; auf dem Rand des Forums berieten die Außenminister der Türkei, Pakistans, Ägyptens und Saudi-Arabiens über regionale Krisen, primär den US-Israel-Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus. Was hier entsteht, hat keinen formellen Namen, keine Brüsseler Adresse und kein Vertragswerk im Stil des Nordatlantikpakts. Aber es hat Substanz. Die Türkei bringt mit Bayraktar-Drohnen, ASELSAN-Elektronikkriegsführung und ROKETSAN-Raketen drei Industriezweige ein, die in Syrien, Libyen und Bergkarabach kampferprobt sind. Pakistan stellt nukleare Zweitschlagskapazität, JF-17-Produktion und jahrzehntelange Erfahrung mit hybrider militärischer Integration. Saudi-Arabien finanziert über die Saudi Arabian Military Industries den industriellen Hochlauf. Katar bringt mit dem Al-Udeid-Stützpunkt - ironischerweise der größte US-Stützpunkt im Nahen Osten - eine Logistikinfrastruktur ein, deren strategische Bedeutung nicht zu unterschätzen ist. Vier Akteure, vier komplementäre Funktionen, eine Architektur. Sie ist keine Kopie der NATO. Sie ist deren strukturelles Gegenmodell - flexibel, multipolar, nicht westlich kontrolliert. Saudi-Arabien diversifiziert seine Außenpolitik weg von Washington. Katar bringt mit dem TOLGA-Luftabwehrsystem, das gemeinsam mit der Türkei produziert wird, eine eigene Industriebasis ein.
Es ist kein NATO-Klon. Es ist eine flexible Struktur, in der jeder Akteur eigene Interessen behält und gleichzeitig gemeinsame Fähigkeiten aufbaut. Saudi-Arabien arbeitet weiterhin mit den USA, öffnet sich gegenüber China, spricht mit Iran. Pakistan balanciert zwischen China, USA und Golfstaaten. Die Türkei wiederum spielt auf mehreren Brettern gleichzeitig - NATO-Mitglied, BRICS-Antragsteller, Energiehub für Russland durch TurkStream und Akkuyu, Schlüsselknoten der Belt-and-Road-Initiative, im Dialog mit Moskau und Peking. Diese Vielfachanbindung ist kein Widerspruch, sondern Strategie. Sie ist das, was in der Außenpolitiktheorie Hedging heißt - die bewusste Pflege mehrerer Optionen, um keiner einzelnen Macht ausgeliefert zu sein.
Die zentrale Bruchstelle für die Türkei liegt nicht im Osten, sondern im Westen. Die Europäische Union hat die Türkei jahrzehntelang am Rand gehalten. Ursula von der Leyen hat in den vergangenen Tagen unmissverständlich erklärt, Europa müsse sich gegen “russischen, chinesischen oder türkischen Einfluss” durch interne Bündnisse absichern. Damit ist die Tür zu Brüssel nicht nur geschlossen - sie ist als Bedrohungsperimeter definiert. Eine Türkei, die diese Tür endgültig hinter sich zumacht, hat aber Optionen, die andere Staaten nicht haben. Sie kontrolliert über die Montreux-Konvention den Bosporus und damit den Schiffsverkehr zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer. Sie ist die Schnittstelle zwischen Europa, Nahem Osten, Kaukasus und Zentralasien. Sie hat die zweitgrößte NATO-Armee mit über vierhundertachtzigtausend aktiven Soldaten und einer Rüstungsindustrie, die 2024 Exporte von 7,1 Milliarden Dollar erzielte. Eine Türkei, die sich von der NATO löst, schwächt damit nicht nur sich selbst - sie schwächt auch die NATO. Genau das ist der Grund, warum die Allianz strukturell instabil wird, sobald eine ihrer beiden größten Armeen die Bündnislogik in Frage stellt.
Hier setzt Karabağs methodischer Dämpfer ein. Ein direkter Krieg zwischen der Türkei und Israel sei derzeit unwahrscheinlich. Realistischer seien Cyberoperationen, Geheimdienstkonkurrenz oder Stellvertreterkonflikte. Betrachte man die Grundlagen, verfüge die Türkei über strategische Tiefe, große Streitkräfte, eigene Industrie, Drohnenkompetenz und Durchhaltefähigkeit. Hightech allein gewinne keine langen Konflikte - Größe, Resilienz und Produktionskraft zählten ebenso. Dieser Satz ist kein Widerspruch zu Kent. Er ist seine zeitliche Spezifizierung. Kent beschreibt einen Prozess, kein Ereignis. Karabağ erdet den kurzfristigen Erwartungshorizont. Beides zusammen ergibt das vollständige Bild: Der Prozess läuft, das Ereignis liegt in der Zukunft, und die Frage ist, in welcher Phase welcher Spieler welche Karten zieht.
Was Ismay sagte und was Kent beschrieben hat
Lord Ismay, der erste Generalsekretär der NATO, fasste den Zweck der Allianz 1949 in dem berühmten Dreisatz zusammen: Die Russen draußen halten, die Amerikaner drinnen halten, die Deutschen unten halten. Achtundsiebzig Jahre später wankt der zweite Pfeiler. Die Russen sind nicht mehr der primäre Bezugspunkt - der Krieg, der die NATO im Frühjahr 2026 spaltet, ist nicht der Ukraine-Krieg, sondern der Iran-Krieg. Die Deutschen sind so weit unten, dass sie nicht einmal mehr als Faktor zählen. Und die Amerikaner - das sagt Trumps eigene Administration in Form ihres ehemaligen NCTC-Direktors - die Amerikaner überlegen, ob sie drinnen bleiben wollen. Nicht, weil sie sich aus fremden Verstrickungen lösen wollen. Sondern weil sie sich für eine bestimmte Verstrickung freihalten wollen.
Das ist der Punkt, an dem aus einer rhetorischen Warnung eine operative Logik geworden ist. Bennett rief im Februar aus, was im April Soylu beantwortete, was im März die Raketen vorbereiteten, was im April die PKK-Frage zuspitzte, was im April die Trump-Rutte-Konfrontation öffentlich machte, was Kent am 9. April in einen einzigen Satz verdichtete. Fünf Schritte. Zweiundfünfzig Tage. Eine Allianz an einer Sollbruchstelle, die niemand offiziell benennen will - weil das Benennen den Prozess beschleunigen würde.
Karabağ schließt mit der Perspektive, die alles andere in Maßstab setzt. Die Türkei werde in den kommenden zehn Jahren sowohl externen Druck erleben als auch Einfluss gewinnen. Bedeutungslose Staaten würden ignoriert - relevante Staaten herausgefordert. Wenn Ankara weiter in Technologie, Verteidigung, Energie und strategische Eigenständigkeit investiere, werde das Land zu den prägenden Akteuren seiner Region gehören. Die Frage sei nicht, ob die Türkei mitspielt, sondern wie stark sie mitgestaltet.
Kent hat in seinem Satz nicht beschrieben, was morgen passiert. Er hat beschrieben, wo der Prozess hinführt, der heute eingeleitet wird. Trump leitet ihn ein. Ein Nachfolger wird ihn vollenden. Die Türkei ist nicht das neue Iran - sie ist etwas, wofür die alten Kategorien nicht ausreichen. Ein NATO-Mitglied, das die Logik des Bündnisses sprengt, weil es größer geworden ist als die Rolle, die ihm zugewiesen wurde. Bennett hat das im Februar als Bedrohung formuliert. Kent hat es im April als Konsequenz beschrieben. Die Frage, die jetzt offen steht, ist nicht mehr, ob es zwischen Israel und der Türkei zum Zusammenstoß kommt. Die Frage ist, welche Allianz dann steht, welche zerbricht, und wer am Ende auf welcher Seite des Risses übrig bleibt.
Die NATO hat die Frage noch nicht gestellt. Die Antwort steht bereits.
Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.
Deniz Karabağ ist ehemaliger Fallschirmjäger der Bundeswehr, politischer Content-Creator und Interviewer mit türkisch-aserbaidschanischen Wurzeln. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit innerer und äußerer Sicherheit, Migration, Geopolitik sowie gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und Europa.
Durch Interviews mit Politikern, Diplomaten, Militärs und öffentlichen Persönlichkeiten hat er sich als unabhängige, kontroverse und meinungsstarke Stimme im deutschsprachigen Raum etabliert.
Schriftliches Interview, geführt im April 2026, exklusiv für diese Analyse.
Quellenverzeichnis
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Bloomberg, “Trump Rebukes NATO Over Iran After Meeting With Alliance’s Chief” (8. April 2026): https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-08/trump-will-discuss-leaving-nato-when-he-meets-alliance-chief
Al Jazeera, “Turkiye says Iranian ballistic missile intercepted by NATO air defences” (9. März 2026): https://www.aljazeera.com/news/2026/3/9/turkiye-says-iranian-ballistic-missile-intercepted-by-nato-air-defences
Al Jazeera, “Turkiye says NATO defences intercepted third missile from Iran” (13. März 2026): https://www.aljazeera.com/news/2026/3/13/turkiye-says-nato-defences-intercepted-third-missile-from-iran
Al Jazeera, “Which Kurdish groups is the US rallying to fight Iran?” (5. März 2026): https://www.aljazeera.com/news/2026/3/5/which-kurdish-groups-is-the-us-rallying-to-fight
Euronews, “NATO intercepts a second Iranian missile in Turkish airspace” (9. März 2026): https://www.euronews.com/my-europe/2026/03/09/nato-intercepts-a-second-iranian-missile-in-turkish-airspace
Euronews, “Trump again berates NATO, calls it ‘disappointing’” (9. April 2026): https://www.euronews.com/2026/04/09/trump-again-berates-nato-calls-it-disappointing
Foundation for Defense of Democracies, “Will NATO’s Downing of an Iranian Ballistic Missile Over Turkey Shift Ankara’s Stance?” (4. März 2026): https://www.fdd.org/analysis/2026/03/04/will-natos-downing-of-an-iranian-ballistic-missile-over-turkey-shift-ankaras-stance/
Turkish Minute, “Former US official says possible US exit from NATO would be to side with Israel in Turkey clash” (9. April 2026): https://turkishminute.com/2026/04/09/former-us-official-says-possible-us-exit-from-nato-would-be-to-side-with-israel-in-turkey-clash/
Türkiye Today, “Unpacking Joe Kent’s Türkiye–Israel scenario as Trump threatens NATO exit”: https://www.turkiyetoday.com/region/unpacking-joe-kents-turkiyeisrael-scenario-as-trump-threatens-nato-exit-3217793
Türkiye Today, “US may leave NATO to support Israel against Türkiye in Syria, says former intel chief Kent”: https://www.turkiyetoday.com/world/us-may-leave-nato-to-support-israel-against-turkiye-in-syria-says-former-intel-chief-3217765
Times of Islamabad, “Joe Kent Warns Israel US War Against Turkey After Iran” (9. April 2026): https://timesofislamabad.com/09-04-2026/joe-kent-warns-israel-us-war-against-turkey-after-iran/
Cumhuriyet, “Süleyman Soylu’dan ‘İsrail’ çıkışı: ‘300-400 bin şehit veririz belki ama…’” (21. März 2026): https://www.cumhuriyet.com.tr/siyaset/suleyman-soylu-dan-israil-cikisi-300-400-bin-sehit-veririz-belki-ama-2488580
VeryansınTV, “Süleyman Soylu: ‘300-400 bin şehit veririz ama İsrail diye bir memleket kalmaz’” (21. März 2026): https://www.veryansintv.com/suleyman-soylu-300-400-bin-sehit-veririz-ama-israil-diye-bir-memleket-kalmaz
Halk TV, “Süleyman Soylu’dan İsrail çıkışı: 400 bin şehit veririz ama yok olur” (22. März 2026): https://halktv.com.tr/siyaset/suleyman-soyludan-israil-cikisi-400-bin-sehit-veririz-ama-yok-olur-1016757h
Ynet News, “Turkey says it blocked alleged Israeli plan to recruit Kurdish fighters for Iran war” (30. März 2026): https://www.ynetnews.com/article/s1zfjavsze
Jerusalem Post, “Did a leak to media save thousands of Kurdish lives in Iran war?” (30. März 2026): https://www.jpost.com/middle-east/article-891670
Axios, “Scoop: Trump calls Kurdish leaders in Iran war effort” (2. März 2026): https://www.axios.com/2026/03/02/trump-iran-war-kurds-iraq
CNN, “CIA working to arm Kurdish forces to spark uprising in Iran, sources say” (3. März 2026): https://www.cnn.com/2026/03/03/politics/cia-arming-kurds-iran
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EADaily, “Went like shit: Trump’s meeting with Rutte turned into an outright scandal - Politico” (10. April 2026): https://eadaily.com/en/news/2026/04/10/went-like-shit-trumps-meeting-with-rutte-turned-into-an-outright-scandal-politico
Politico (über Pravda-NATO-Aggregat, Originalpublikation Politico): https://nato.news-pravda.com/nato/2026/04/09/99613.html
ARRM (Mazedonien), “Immediate Response 25” (Defender Europe 25, Mai-Juni 2025): https://mil.mk/immediate-response-25/?lang=en
EMAD (Spanisches Verteidigungsministerium), “Immediate Response 25 Exercise Begins”: https://emad.defensa.gob.es/en/prensa/noticias/2025/05/Listado/250526-ni-immediate-responde.html
Joe Kent, X-Post vom 9. April 2026 (Direktquelle):
Al Jazeera, “Saudi Arabia signs mutual defence pact with nuclear-armed Pakistan” (17. September 2025): https://www.aljazeera.com/news/2025/9/17/saudi-arabia-signs-mutual-defence-pact-with-nuclear-armed-pakistan
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Middle East Institute, “Pakistan’s strategic defense pact with Saudi Arabia: A new security architecture in the wider Middle East” (November 2025): https://mei.edu/publication/pakistans-strategic-defense-pact-saudi-arabia-new-security-architecture-wider-middle/
Al Arabiya, “Pakistan PM heads to Saudi Arabia, Qatar, Turkey to push for US-Iran talks” (15. April 2026): https://english.alarabiya.net/News/middle-east/2026/04/15/pakistan-pm-heads-to-saudi-arabia-qatar-turkey-to-push-for-usiran-talks
Daily Sabah, “Türkiye hosts Antalya Diplomacy Forum in push for Middle East peace” (17. April 2026): https://www.dailysabah.com/politics/diplomacy/turkiye-hosts-antalya-diplomacy-forum-in-push-for-middle-east-peace
Euronews, “Turkey rallies global middle powers in Antalya amid Hormuz crisis” (20. April 2026): https://www.euronews.com/2026/04/20/turkey-rallies-global-middle-powers-in-antalya-amid-hormuz-crisis
Pakistan Today, “Pakistan, Türkiye Pledge Stronger Partnership at Antalya Forum” (17. April 2026): https://www.pakistantoday.com.pk/2026/04/17/pakistan-turkiye-pledge-stronger-strategic-partnership-push-for-regional-peace-at-antalya-forum
Arab News, “Pakistan, Türkiye military chiefs discuss defense cooperation amid Middle East tensions” (30. Januar 2026): https://www.arabnews.com/node/2631200/pakistan
Chatham House, “Talk of a Turkish military alliance with Saudi Arabia and Pakistan reflects Ankara’s opportunistic ‘hedging’ strategy” (30. Januar 2026): https://www.chathamhouse.org/2026/01/talk-turkish-military-alliance-saudi-arabia-and-pakistan-reflects-ankaras-opportunistic
Interviewpartner
Deniz Karabağ - Schriftliches Interview, geführt im April 2026, exklusiv für diese Analyse. Karabağ ist ehemaliger Fallschirmjäger der Bundeswehr, politischer Content-Creator und Interviewer mit türkisch-aserbaidschanischen Wurzeln. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit innerer und äußerer Sicherheit, Migration, Geopolitik sowie gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und Europa.
Durch Interviews mit Politikern, Diplomaten, Militärs und öffentlichen Persönlichkeiten hat er sich als unabhängige, kontroverse und meinungsstarke Stimme im deutschsprachigen Raum etabliert.
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